Die Kleinen ganz groß...

… 24 Stunden bei der Feuerwehr. Der BF-Tag der Jugendfeuerwehr bot dem Feuerwehr-Nachwuchs neben einem breiten Spektrum an Aktivitäten auch den einen oder anderen Einsatz.

Um 18 Uhr war es dann soweit. Nach dem Bezug der Zimmer und dem Aufbau der Schlafmöglichkeiten, hieß es wie bei der Berufsfeuerwehr „Wachantritt“ in der Fahrzeughalle. Dabei wurden den einzelnen Einsatzfahrzeugen deren Besatzung und Aufgaben in Einsatzfall zugeteilt. Denn bei Alarm soll jeder wissen, was seine Aufgaben sind.

Nun wurden die Fahrzeuge genau in Augenschein genommen und die Beladung und Ausrüstung getestet und geprüft.

Kurze Zeit später kam es schon zum ersten Alarm, der über alle Lautsprecher des Gerätehauses hörbar war.

„Fahrzeugbrand nach Verkehrsunfall“ war das Einsatzstichwort.

Sofort rüsteten sich alle Einsatzkräfte aus und besetzten, wie zuvor eingeteilt, die Fahrzeuge.

Der genaue Einsatzort befand sich am Waldhauer, im Bereich der Gärtnerei Posert, wo ein Fahrzeug mit Hänger ins schleudern kam und gegen einen Baum fuhr. Der Hänger fing durch seine Ladung Feuer und der Fahrer wurde durch den Aufprall verletzt.

Durch die Besatzung des LF 10/6 wurde sofort die Brandbekämpfung über ein C-Rohr, sowie die Betreuung und Versorgung des verletzten Fahrers eingeleitet. Zusätzlich wurde die Straße durch einen weiteren Trupp abgesichert. Die Besatzung des TSF-W stellte weiter die Wasserversorgung sicher. Mit zunehmender Dunkelheit, wurde zusätzlich eine Beleuchtung aufgebaut.

Nachdem alle Einsatzmaßnahmen durchgeführt wurde, konnte wieder abgebaut und ins Gerätehaus eingerückt werden.

Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz, daher wurden die Fahrzeuge schnell wieder mit frischen Schläuchen aufgerüstet, um für den nächsten Alarm gewappnet zu sein.

Endlich war auch Zeit für ein gemeinsames Abendessen.

Glücklicherweise blieb es dabei ruhig, sodass sich genug Zeit bot einander besser kennen zu lernen und gemeinsam den Abend zu verbringen.

Um 21:38 schrillte dann erneut der Alarm.

„Vermisste Personen“ im Bereich der Waldhütte Diedesheim wurden der Feuerwehr gemeldet.

Zwei Wanderer kamen nach einer Tour nicht mehr nach Hause und wurden im Bereich der Waldhütte vermutet. Wieder rückten das LF 10/6 und das TSf-W zum Einsatz aus. Auf dem Parkplatz unterhalb der Waldhütte wurden die beiden Gruppen der Fahrzeuge zu einer getrennten Personensuche aufgeteilt und begannen parallel auf unterschiedlichen Wegen mit der Suche nach den beiden Vermissten. Nachdem im vermuteten Bereich keine Personen gefunden werden konnten, traf man sich direkt an der Waldhütte und ging von dort aus gemeinsam einen Ziehweg in Richtung Binau. Im Licht der Taschenlampen konnten die Jugendlichen dann die beiden Vermissten im Unterholz ausmachen und schlussendlich retten. Auf dem Rückweg zu den Fahrzeugen fand man dann noch den einen oder anderen interessanten Waldbewohner,der mal mehr und mal weniger für Staunen sorgte.

Nach der erfolgreichen Suche ging es zurück zum Gerätehaus. Ein bisschen Spielen und ein wenig Ruhe stand nun auf dem Plan, bevor es Zeit fürs Bett wurde. Die Nacht brachte (zum Glück) keinen Einsatz mehr, sodass es genügend Zeit zum Schlafen gab.

7:05 Uhr, wieder ging der Alarm und wieder ging es von 0 auf 100.

Unter der Stelzenbrücke der Bundesstraße wurde eine Ölspur gemeldet, die eine massive Verunreinigung der Straße darstellte. Mit Bindemittel und zahlreichen Besen wurde das Öl aufgenommen und die Straße in kurzer Zeit gereinigt.

Arbeiten macht hungrig, daher war das gemeinsame Frühstück umso wichtiger. Gerade um Kraft für die kommenden Aufgaben zu sammeln.

Zusammen wurde das Frühstück gerichtet und gemeinsam gekocht.

Kein Einsatz gelingt ohne zuvor ausgiebig geübt zu haben, daher standen nun verschiedene Übungen auf dem Dienstplan. Der richtige Notruf, ein schneller Löschangriff, und und und, waren die Übungseinheiten des Vormittags, aber auch der Sport kam nicht zu Kurz.

„Brandeinsatz, Auslösen der Brandmeldeanlage Grundschule Diedesheim“ schallte plötzlich durch das Gerätehaus. Wieder ein Einsatz. Diesmal mit unklarer Lage.

Mit Blaulicht und Martinshorn ging es zur Einsatzstelle in der Heidelberger-Straße. Nach Erkundung des Einsatzleiters wurden alle Einsatzkräfte zur Grundschule geschickt. Von Weitem konnte man bereits die Sirene des Feueralarms hören.

Gott sei Dank war es nur ein Fehlalarm durch einen defekten Rauchmelder. Um den betroffenen Melder zu finden, wurden die Jugendlichen in das System der Brandmeldeanlage eingewiesen und konnten nun mit den Laufkarten den ausgelösten Melder ausfindig machen. Schnell konnte dieser Einsatz zu den Akten gelegt werden, blieb jedoch in guter Erinnerung.

Wieder kam dieses grummeln im Magen. Kein Einsatz, dafür ein großer Hunger.

"Essen" ist die wichtigste Mahlzeit des Tages, gerade bei der Feuerwehr. ;-)

Auch diesmal wurde gut und reichlich gekocht und es konnte nach dem BMA-Einsatz direkt zum gemeinsamen Mittagessen übergegangen werden.

Um 14 Uhr stand dann der nächste Übungsteil auf dem Plan. Bei bestem Wetter ging es mit dem Mehrzweckboot in Richtung Neckar, um dort kleine Übungseinheiten abzuhalten und zudem auch die Menschenrettung aus dem Wasser zu üben. Dabei stand der Spaß an vorderster Stelle.

Gerade von der Bootsübung am Gerätehaus eingetroffen, wurde die Feuerwehr zu einem Containerbrand abgerufen. Flammen und Rauch waren schon beim Eintreffen zu sehen.

Auf einer Abladefläche geriet ein Fass in Brand das durch zwei Trupps gelöscht wurde. Zuvor wurde die Brandbekämpfung über zwei C-Rohre aufgebaut und die Wasserversorgung sichergestellt. Zusätzlich wurde der betroffene Bereich abgesperrt und abgesichert. Hand in Hand gelang es allen den Brand schnell unter Kontrolle zu bringen und zu löschen.

Nach dem Aufräumen der Gerätschaften ging es zurück ins Gerätehaus um die Fahrzeuge wieder mit frischer Ausrüstung zu bestücken.

Mittlerweile war es später Nachmittag und nicht mehr lange bis zum Schichtende.

Gemeinsam wurde nun der Grill aufgebaut und der Tag mit einem kleinen Grillfest beendet.

Übrig blieben 24 Stunden voller Erfahrungen, Spaß und neuer Eindrücke...