Gefahrgutzug

Im Neckar-Odenwald-Kreis sind in Buchen und im Mosbacher Ortsteil Neckarelz-Diedesheim jeweils ein Gefahrgutzug mit einem integrierten Gerätewagen Gefahrgut (GW-G) stationiert. Über den Gefahrgutzug der Freiwilligen Feuerwehr Neckarelz-Diedesheim wird in diesem Bericht näher informiert. Die Abteilung Neckarelz-Diedesheim besteht zur Zeit aus insgesamt 72 Mitgliedern. Bereits im Jahr 1965 wurden dieser Feuerwehr die Aufgaben einer Ölwehr (Abdichten, Aufnehmen, Beseitigen von Öl und anderen gefährlichen Stoffen) übertragen.

 

  • Feuerwehr-024
  • Feuerwehr-025
  • Feuerwehr-026
  • Feuerwehr-027
  • Feuerwehr-028
  • Feuerwehr-029
  • Feuerwehr-030

 

1986 wurde schließlich ein Gerätewagen Gefahrgut (GW-G) angeschafft. Dem Gefahrgutzug sind noch weitere Fahrzeuge angegliedert: Ölsperren-Anhänger, Ölsanimat-Anhänger (fahrbarer Ölabscheider, einziges Gerät im Landkreis), Rüstwagen (RW2) der Abteilung Mosbach-Stadt, Einsatzleitwagen (ELW), Löschgruppenfahrzeug (LF16-12), Löschgruppenfahrzeug (LF8) und ein Mehrzweckboot auf einem Anhänger (MZB, 80 PS, max. 60 km/h, Platz für 10 Personen). Das Mehrzweckboot dient insbesondere dem Ausbringen von schwimmenden Ölsperren auf dem Neckar und auch zur Menschenrettung bei Havarien von Tankfrachtschiffen etc.).
Zur Normbeladung des GW-G (Rufname: Florian Mosbach 2/54) gehören unter anderem Pumpen, Schläuche und Armaturen zur Aufnahme von giftigen, ätzenden oder wassergefährdenden Chemikalien, Schutzanzüge, Atemschutzgeräte, Stromaggregate, Erdungsmaterial, Abdichtmaterial, Messmittel für giftige Stoffe und entsprechende Einsatzliteratur. Seit 1988 wird der Gefahrgutzug durch den Chemie-Fachberater Dr. Bernd Putze unterstützt, der dort selbst Feuerwehrmitglied ist. Seit einigen Jahren arbeitet der Gefahrgutzug der Feuerwehr Neckarelz-Diedesheim mit der Berufsfeuerwehr Mannheim zusammen. Aufgrund einer Veröffentlichung der BF Mannheim im Feuerwehrmagazin 'Brandhilfe' wurden im April 1999 erste Kontakte durch den Zugführer Horst Kreutzenberger mit der dortigen Stelle geknüpft. In Mannheim können unbekannte Stoffe im Labor der Berufsfeuerwehr analysiert und wichtige einsatztechnische Daten über Fax direkt an die Einsatzstelle weitergeleitet werden.
Hierzu wird vor Ort eine Luftprobe entnommen und in speziellen Tenax-Sammelröhrchen gespeichert. Um nun zu einem sowohl quantitativ als auch qualitativ aussagekräftigen Messergebnis zu kommen, müssen diese Röhrchen mit einem ELW oder MTW zur Feuerwache Mitte nach Mannheim gebracht werden (Fahrzeit ca. 1 Std.). Dort werden die Proben sofort (rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr) ausgewertet und anschließend per Fax an die Einsatzstelle übermittelt. Bei Bedarf kommt die BF Mannheim auch mit einem speziellen Messgerätewagen vor Ort. In dringenden Fällen können die Messgeräte und das Bedienpersonal der BF auch von einem Hubschrauber der Rettungsflugwacht an die Einsatzstelle gebracht werden. Im Gerätewagen Gefahrgut befinden sich als Teil der Normbeladung 22 verschiedene Prüfröhrchen zur Messung von Schadstoffen in der Luft. Die Ergebnisse dieser Messungen unterliegen jedoch gewissen Toleranzen, zusätzlich erschweren Querempfindlichkeiten eine qualitative Aussage vor Ort. Die Messmöglichkeiten im Labor der BF Mannheim sind wesentlich genauer, weshalb auch effektive Angaben erzielt werden können. Durch ihre hochwertigen Messgeräte (Gaschromatographen, Massenspektrometer, Infrarotspektrometer, Ionenmobilitätsspektrometer und Photoionisationsdetektor) und spezielles Fachpersonal zählt die BF Mannheim zu den führenden Feuerwehren Deutschlands im Bereich der Gefahrgutmessung. Im Januar 2000 führte Dipl.-Chemiker Mario König von der BF Mannheim eine Einweisung für den Gefahrgutzug der Feuerwehr Neckarelz-Diedesheim durch. Der Gefahrgutzug Neckarelz-Diedesheim besitzt eine Grundausrüstung mit Tenax-Sammelröhrchen für die zuverlässige Zusammenarbeit mit der BF Mannheim im Ernstfall.